Was macht die Natur in Herbst und Winter?

Die Früchte sind reif, der Samen wird zum Fortbestand der nächsten Generation auf die Reise geschickt. Die Ernte ist eingefahren, die Sonnenstunden verringern sich und die Temperatur fällt. Dies läutet die Ruhezeit der Natur in unterschiedlichen Überwinterungsstrategien ein.

Viele Pflanzen und Bäume ziehen ihr Blattgrün ein und die darunterliegenden Blattfarben färben den Wald in gelb-grün-orange-rote Nuancen. Korkschichten werden in die Blattstiele eingezogen, um den pflanzlichen Wasserkreislauf und die Photosynthese zu unterbrechen und die Pflanzen auf die Winterruhe vorzubereiten. Sie zehren von ihren Zuckervorräten unter der Rinde und in den Wurzeln.

Nadelbäume verlieren nur einen kleinen Teil ihrer älteren Blätter. Ihre zusammengerollten Blätter bzw. Nadeln rüsten sich gegen das Austrockenen mit einer umschließenden „Wachsschicht“ und ihrem eigenen „Frostschutzmittel“ und können somit ihren angepassten Energiehaushalt eingeschränkt fortführen.

Mit dem Blätterabwurf entledigen sich die Bäume auch von schadhaften Stoffen.

Die Stockwerke des Baumes und auch des Waldes werden als unterschiedliche Lebensräume unterschiedlicher Tiere entdeckt und beschrieben und so von Flora auf Fauna überleiten.

Auch Tiere verleben die Winterzeit unterschiedlich und an ihre „innere Uhr“ und hormonellen Veränderungen, sowie Nahrungsmangel und -angebot angepasst.

Manche Tiere verschwinden in der kalten Jahreszeit ganz von der Bildfläche.

Um dies spielerisch zu verdeutlichen, setzen wir symbolische Karten aus dem Lebensbereich der Kinder für die Strategien ein und erklären die Merkmale der betroffenen Tierarten anhand Bildkarten, Kunststoff- oder Plüschtieren und weiterem Anschauungsmaterial.

Wo schläft es sich gut und warm, nur unterbrochen durch Toilettengänge?

Bett mit dickem Kopfkissen und Bettdecke = Winterschlaf

Winterschlaf: Kleine Säugetiere fressen sich im Herbst eine dicke Fettschicht an, um Energiereserven und Kälteschutz für den Winter zu haben. Sie suchen sich geschützte und trockene Unterkünfte und fahren ihre Körperfunktionen angepasst an die umgebende Umgebungstemperatur zurück. Ihr Herzschlag & ihre Atemfrequenz werden verringert und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Nach dem Winterschlaf sind die Tiere selbst in der Lage, ihre Körperfunktionen wieder zu aktivieren.

Beispiel: Siebenschläfer, Igel, Spitzmäuse, Haselmäuse, Murmeltiere, Fledermäuse…Merkmal: gleichwarme Tiere mit vier Füßen und Fell 

Wo nickt man kurz ein, wenn zwischendurch eine kleine Schlaf- und Erholungspause benötigt wird?

Sofa = Winterruhe

Winterruhe: Wildtiere ziehen sich für 5 – 7 Monate in geeignete Verstecke zurück, drosseln ihre Körperfunktionen auf ein Minimum, aber ihre Körpertemperatur bleibt gleich. Ihre Herz- und Atemfrequenz sind nur leicht gesenkt. Ihr Energieverbrauch ist höher und somit müssen sie ihre Schlaf- und Ruhephasen mit Nahrungssuche und Verdauungsarbeit unterbrechen. Beim Aufwachen sind sie schnell wieder auf den Beinen.

Beispiel: Dachs, Bär, Eichhörnchen, Biber… Merkmal: gleichwarme Tiere mir vier Füßen und Fell

Wo friert man was ein, was später wieder problemlos aufgetaut werden kann?

Gefrierschrank mit geöffneter Tür und Eiszapfen = Winterstarre

Winterstarre: Wechselwarme Tiere erstarren und „verschlafen“ die gesamte kalte Jahreszeit. Sie haben eine Art „Frostschutzmittel“ (chemische und physikalische Anpassungen) eingebaut, die ihre Zellen auch bei Minusgraden schützen. Insekten und Spinnen überwintern oft als Eier oder Larven, in Substrat eingegraben und vor Kälte geschützt. Feuchte und Plusgrade im Winter führen zu Infektionen und Pilzbefall. Viele Fische reduzieren ihre Nahrungsaufnahme, verharren am Gewässergrund und zehren von ihren Energiereserven. Ihr Immunsystem wird stark geschwächt.

Die Tiere wachen nicht selbst auf, nur die Sonne bzw. steigende Temperaturen können sie „auftauen“ und von der Winterstarre befreien.

Beispiel: Amphibien, Insekten, Eidechsen, Fische, Schildkröten… Merkmal: wechselwarme Tiere mit unterschiedlicher Beinanzahl und ohne Fell

Woran erkennt man die winteraktiven Tiere?

An ihren unterschiedlichen Trittspuren im Schnee = Winteraktivität

Winteraktivität: Wer wach bleibt, muss über sichere Nahrungsquellen im Winter verfügen, benötigt einen Winterspeck als Energiereserve und ein dickes Fell als Kälteschutz. Sowie störungsfreie Zonen, um so ihre Energiereserven bestmöglich einsetzen zu können. Wir sollten ihnen naturnahe Zufluchtsorte und artgerechte Zufütterung bieten.

Beispiel: Hirsch, Reh, Wildschwein, … Merkmal: gleichwarme, größere Säugetiere mit vier Füßen und Fell; Standvögel benötigen naturnahe Geländestrukturen, …

Heimische Raubtiere sind auch im Winter auf Beutefang angewiesen. Oft benötigen sie große Jagdgebiete; dies zehrt an den Energiereserven

Beispiel: Fuchs, Luchs, Wolf, …Merkmal: größere Säugetiere mit vier Füßen und Fell; Greifvögel … Merkmal: größere Vögel mit Federn, großen Schwingen, Fänge, gekrümmter Schnabel, teils Gewölle

Was packen wir, wenn wir für eine Weile verreisen möchten?

Reisekoffer = Winterflucht

Winterflucht: Zugvögel und manche Schmetterlinge fliegen in den Süden, um sich dort Nahrungsquellen zu erschließen. Erschöpft kommen sie in ihren Überwinterungsgebieten an.

Beispiel: „fleischfressende“ Singvögel … Merkmal: Federkleid, zwei Füße, lange, spitze Schnäbel

Die oben beschriebenen Symbolkarten (Bett, Sofa, Gefrierschrank, Trittspuren, Reisekoffer) haben wir auf Din A4-Pappe gemalt und laminiert, so dass sie für mehrere Spiele und Aktionen zur Verfügung stehen können.

Die Zuordnung der Bildkarten, Kunststoff-, Gummi-, Plüsch- oder selbstgebastelten und gespielten Tieren erfolgt unterschiedlich:

als „Sehen-Aussuchen-Erkennen-Erklären-Zuordnen“-Spiel oder

erweiternd als „Ertasten-Erkennen-Erklären-Zuordnen“-Spiel.

Die Tiere können daraufhin aus Naturmaterialien und/oder Ton modelliert werden.

Weitere mögliche Aktionen sind: Bilder dazu malen, Geschichten erzählen und vorlesen, Lieder singen, artgerechte Verstecke vorbereiten, in Rollenspielen Perspektiven wechseln, u.v.m.

Viel Spaß dabei!

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